Studio Eine Phantastik

24.5.–29.7.2018
Eröffnung: Mittwoch, 23. Mai, 18 Uhr

 

Kommt wir tun so, als ob dies eine Einführung wäre zu einer Ausstellung über Prozesse der Imagination und über die Kunst, Geschichten zu erzählen…Studio Eine Phantastik – vom 24. Mai bis zum 29. Juli 2018 in der Shedhalle Zürich zu sehen – könnte so beschrieben werden, wie wenn Kinder in ein Spiel eintauchen, und das Publikum so an die Schwelle zum Märchen, zum gespielten Geschehen stellen, wo die letzten Vorbereitungen stattfinden, bevor es losgeht, zwischen der „wirklich wahren“ Wahrheit und derjenigen des Spiels, das „wie echt“ ist.

Die eingeladenen Künstler_innen nutzen in ihren Arbeiten die Imagination und ihr Potential, eine Wirklichkeit zu generieren, in der die Natur nicht unschuldig ist, in der es kein Schaffen ohne eine gewisse Vieldeutigkeit gibt. Zwischen Geschichten, Spiel und Phantasie lässt Studio Eine Phantastik das Handwerkszeug von Gianni Rodari (1920-1980) aufleben, der Autor, Pädagoge und Sprachforscher in einem war, und der sich sein Instrumentarium aus gewagten Versuchen und konkreter Erfahrung mit der Welt der Kinder zusammenstellte. Es sind Werkzeuge, die einen aus der Gewohnheit zu reissen vermögen, aus der vom common sense geprägten Erziehung; Werkzeuge, die für Kindergärtner_innen und Primarschullehrer_innen erdacht wurden, für Aktivist_innen, für Kindertheaterleiter_innen, Bibliothekspersonal, Universitätsassistent_innen, Hausmeister_innen oder Student_innen auf der Suche nach einem originellen Forschungsthema. Das Resultat ist eine Art Rohmaterial, ein Hin und Her zwischen vielen Geschichten, die bruchstückhaft gespielt werden, mit der Freiheit, mit jedem Schritt neue Wege einzuschlagen, plötzlichen Eingaben zu folgen, Umwege zu machen. Gerade das Unvollendete ist hier produktiv. Es sind Geschichten, die ohne Scheu vor dem Risiko von Abschweifungsspezialist_innen erzeugt wurden, Fluchten, Erfindungen, todesmutige Sprünge, wie ein Riss, der aufklafft, dazu bestimmt, sich nach und nach auszuweiten, während man sich den radikalen Kommunismus vorstellt, in dem die Erwachsenen die Kinder brauchen, und nicht umgekehrt.
Fortsetzung folgt… 

Studio Eine Phantastik entwickelt seine Recherche durch Kunstwerke, Dokumente, Filmvorführungen, Workshops und Vorträge. Teilnehmer_innen: Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung der Stiftung Pestalozzianum, Vincenzo Castella, Enzo Cucchi, Harun Farocki, Anna Lehninger, Narimane Mari, Alfred Messerli, Giulia Piscitelli, Hinrich Sachs, Sarah Staton, Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, Betty Woodman, Jack Zipes.

Die Shedhalle ist jeweils Dienstag bis Freitag von 14-18 Uhr und Samstag und Sonntag von 12-18 Uhr geöffnet.

 

PROGRAMM

20.06., 16 Uhr
Vincenzo Castella
Detecting Reality
Workshop

 

26.06., 18 Uhr
Anna LehningerNeues Zeichnen. Alltag Im Kinderbild

Alfred MesserliVom kindlichen und jugendlichen Umgang mit Bildern vom 18. bis 20. Jahrhundert als autobiographischer Text
Vorträge

 

04.07., 18 Uhr
Cesare Pavese: A Communist Without Fear
Filmprogramm

Jean-Marie Straub und Danièle Huillet:
Dalla Nube Alla Resistenza (1978, 105’)
Quei loro incontri (2005, 68’)
Le Genou d’Artémide (2007, 26’31”)
Le streghe (2009, 20’19”)
L’inconsolable (2011, 14’44”)
La madre (2012, 20’09”)

 

 

Studio Eine Phantastik wurde von Paolo Do und Salvatore Lacagnina konzipiert und die erste Umsetzung wird in der Shedhalle Zürich von Annette Amberg, Paolo Do, Egija Inzule und Salvatore Lacagnina realisiert.

 

 

Mit finanzieller Unterstützung von:

Stadt Zürich Kultur

Migros Kulturprozent

Temperatio Stiftung für Umwelt, Soziales, Kultur

Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung