Die internationale Gruppenausstellung Aaaand… Scene / Und… Szene markiert den Beginn eines neuen Programms in der Shedhalle Zürich. Der Titel entlehnt sich dem Moment am Filmset, an dem die Regie auf Englisch das Ende einer Aufnahme oder auf Deutsch den Beginn einer Szene ausruft. Die Ausstellung versteht den Ausstellungsraum selbst als Szene — eine Bühne, auf der Objekte, Körper und Erzählungen miteinander in Beziehung treten.
Im Zentrum steht die Einführung der sogenannten Re-Props — künstlerische Beiträge, die zugleich als Kunstwerke und als Ausstellungsinfrastruktur funktionieren. Die teilnehmenden Künstler*innen entwickeln modulare Arbeiten wie Sitzstrukturen, Displaysysteme, Plattformen, Raumteiler oder räumliche Umgebungen. Diese prägen die räumlichen Bedingungen der Ausstellung und bleiben zugleich offen für Transformationen in zukünftigen Ausstellungen. Der Begriff stammt aus der Theater- und Filmproduktion und bezeichnet wiederverwendbare Bühnenelemente, die in unterschiedlichen Szenen erneut eingesetzt werden. In der Shedhalle sollen die Re-Props genau diese Funktion übernehmen: Sie werden über mehrere Jahre hinweg Teil des Programms bleiben, in verschiedenen Ausstellungen wieder auftauchen und sich jeweils an neue künstlerische Kontexte und räumliche Konfigurationen anpassen.
Damit versteht die Ausstellung Infrastruktur nicht als kurzfristige, unsichtbare Stütze, sondern als dauerhafte, künstlerisch gestaltete Ressource. Anstatt für jede Ausstellung neue Ausstellungsarchitektur zu produzieren, entsteht ein wachsendes Set von Elementen, das wiederverwendet, verändert und weiterentwickelt werden kann. Die Arbeiten machen sichtbar, was in Ausstellungen meist im Hintergrund bleibt — die Strukturen, die eine Präsentation ermöglichen und prägen. Eine Künstler*innenbank ist zugleich eine Skulptur. Eine Trennwand ist auch ein Kunstwerk. Die Infrastruktur der Ausstellung wird selbst zum künstlerischen Gegenstand.
Aaaand… Scene / Und… Szene versteht sich daher weniger als abgeschlossene Präsentation denn als erste Inszenierung eines langfristigen kuratorischen Experiments. Die Ausstellung legt die Grundlage für eine nachhaltige, künstlerisch entwickelte Ausstellungsarchitektur, die sich über die kommenden Jahre im Programm der Shedhalle weiterentwickeln wird.