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SERAFINE
1369

A Continual Cry (2021)

 

A Continual Cry ist ein Archiv oder ein automatisierter, orakelhafter Reflexionsprozess, der durch Nähe und wechselnde Beziehungen immer wieder neue Bedeutungen aus bestehenden Inhalten hervorbringt.

 

Ähnlich wie ein Traum entwurzelt das Programm Werke aus ihrer ursprünglichen Chronologie und ihrem Kontext, damit sich alternative Erzählungen entfalten können. In Gegenüberstellung mit der fortlaufenden Zählung der kolonialen Zeit, der Uhr, die jede Minute markiert, entsteht so eine Spannung zwischen Gefängnis und Medium. Während der Moment beschrieben und archiviert wird, gleitet die Gegenwart in die Vergangenheit ab.

 

 

I I I (something flat, something cosmic, something endless)

Performance, 23. Juni, 17:00 – 18:00 Uhr in der Shedhalle
in Zusammenarbeit mit Gessnerallee Zürich

 

Eine Arbeit, die in einem Moment entstand, als es nur diesen Körper gab, seine Träume und Albträume, seine Zyklen und Bedürfnisse, seine Empfindungen und sein Verlangen.

 

Ich bin schürfen gegangen. Ich spuke in diesem Werk. Ich ist eine Ansammlung von bereits historischen Umständen, erinnerten und nicht erinnerten. Ich ist eine Menge. Ich ist ein Trick des Lichts.

 

Eine durational Performance, die einen Zustand der Ausdehnung und Loslösung von dem Druck hervorruft, durch konventionelle Erzählbögen Bedeutung zu schaffen – oder von ihr geformt zu werden. Ihre Dauer bezeugt/verfolgt die rhythmischen Zyklen, die Höhen und Tiefen eines endokrinen Systems jenseits des Bogens des Höhepunkts.

 

Die Arbeit basiert auf einer Untersuchung und Besessenheit von der Einheit “eine Minute” und stellt die Frage, ob wir den Stoff der Zeit transformieren können oder ob sie uns transformiert. Es geht um die Erfindung der kolonialen Zeit und des kolonialen Handelns, um die Art und Weise, wie wir uns in ihren festen, endlosen Masseinheiten bewegen, selbst wenn diese Zeit aus der Beziehung zu den Himmelskörpern herausfällt, die lange Zeit ihr Anker und ihre Rechtfertigung waren.

 

I I I (something flat, something cosmic, something endless) ist eine weite und flache Landschaft als Partitur für eine Aufführung, die aus Träumen, Herzschmerz und Reflexion entstanden ist. Eine Lesung, ein Zuhören, eine Bewegung.

 

Credits:

Konzept, Text, Aufführung SERAFINE1369

Tontechnik Josh Anio Grigg

Ursprünglich in Auftrag gegeben von der Liverpool Biennale 2021

Zuvor aufgeführt im Bluecoat für die Liverpool Biennale (Juni 2021), Radialsystem für Montag Modus, Berlin (August 2021), ARS22, Kiasma, Helsinki (Juni 2022), IMMATERIAL, Mexico City (Februar 2023).

 

SERAFINE1369 ist ein*e in London geborene*r und ansässige*r Künstler*in, Tänzer*in und körperorientierte*r Forscher*in, dey tanzt als philosophisches Unterfangen, als politisches Projekt mit ethischen, psycho-spirituellen Auswirkungen auf das In-der-Welt-Sein betrachtet; Tanzen als intime Technologie. Dey arbeitet im Kontext der feindlichen Architekturen der Grossstadt an Momenten und Zuständen der Transzendenz. Deren Praxis ist relational, kumulativ und oft kollaborativ, und dey arbeitet in verschiedenen Konstellationen, auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Rollen, um Räume für Kommunikation/Abstimmung/Kommunikation zu schaffen. Räume, die das Komplexe, Vielfältige und Widersprüchliche aufnehmen können; Räume, die Bewegung und Transformation als unvermeidlich betrachten.

Deren Arbeit legt den Schwerpunkt auf das Zuhören und geht auf die Besonderheiten des Kontexts ein, indem dey Bewegung als Mittel einsetzt, um die Wahrnehmungshierarchien zwischen sichtbaren und unsichtbaren (gefühlten/empfundenen/erinnerten) Präsenzen abzubauen.

Shedhalle – SERAFINE1369

SERAFINE1369, A Continual Cry (2021). Courtesy the artist.

Shedhalle – SERAFINE1369

SERAFINE1369, I I I (something flat, something cosmic, something endless), 2021.
ph: © Katarzyna Perlak. Courtesy the artist.