Agenda

Claudia
Hill
Co-Weaving

„Co- Weaving“ bildet eine Korrespondenz zwischen Handwerk und partizipativen Formen der Begegnung. Als Ausgangspunkt hierfür dient die Idee des Teppichs als transportabler Garten. Während der ersten beiden Wochenenden dieser Protozone wird das Kunstwerk aktiviert: Claudia Hill lädt mit einem lokalen Team zum gemeinsamen Weben ein. Das über die Zeit hinweg entstehende Teppichpaar wird zum fünften Element einer Serie. Die Teppiche folgen derselben abstrakten Landkarte: Diese gilt als Orientierungshilfe zum Weben und navigiert uns durch grundsätzliche Fragestellungen, wie wir leben und arbeiten wollen.

Zu sehen ist das erste Teppichpaare der Serie “What´s the Matter“, das in einer kollaborativen Recherche, initiert von Claudia Hill 2021 gemeinsam mit Künstler*innen aus dem Tanz, Shannon Cooney, Shelley Etkin, Samuel Draper, Jared Gradinger und Gästen zusammengewebt wurde. Dieser Prozess wurde dokumentarisch begleitet von der Filmemacherin Heidrun Holzfeind und ist Teil des Gartens. Claudia Hill begreift den Webstuhl nicht nur als eine Webmaschine, sondern als somatisches Kommunikationswerkzeug. Beim gemeinsamen Weben geführte Gespräche und vorgelesene Texte fließen zusammen mit standortspezifischen Stoffen in das Gewebe als immaterielle Komponente mit ein.

 

Claudia Hill ist eine in Berlin lebende interdisziplinäre Künstlerin, die sich mit Performancekunst, Kostüm- und Bühnendesign, textilem Material und somatischen Praktiken beschäftigt. Ihre Arbeiten wurden international im Kontext der darstellenden sowie bildenden Kunst präsentiert, u.a. auf der Paris Internationale, im Mumok in Wien während des ImPulsTanz Festivals und im HAU Hebbel am Ufer, Berlin. Ihre künstlerische Praxis basiert auf ihrer tief verwurzelten Beziehung zu Textilien und von Frauen ausgeführtem Handwerk.
Sie erforscht kollektive Wege der Kommunikation durch multisensorische Erfahrungen, wie sie es in ihrem Buch Social Fabric Earth Return beschrieben hat. Das Buch ist im Verlag BOM DIA BOA TARDE BOA NOITE erschienen, anlässlich ihrer Solo-Ausstellung in der Efremidis Gallery, Berlin.
Claudia Hill hat einen Hintergrund in zeitgenössischem Tanz und Modedesign. Ihre Kollektionen wurden international, u.a. in Japan und New York, wo sie viele Jahre gelebt hat, präsentiert. Sie entwarf Kostüme für den Choreografen William Forsythe und The Wooster Group und arbeitete häufig mit der Choreografin Meg Stuart zusammen. In den letzten Jahren konzentriert sich ihre Arbeit zunehmend auf das heilende Potential textiler Objekte und transformierender Rituale.
Derzeit läuft ihre Ausstellung „Weaving Roots“ im Bärenzwinger in Berlin.

 

The Co-Weaving research was supported by the National Performance Network – Stepping Out, funded by the Federal Government Commissioner for Culture and Media within the framework of the initiative Neustart Kultur as well as the Berlin Senate for Culture and Europe.

 

Shedhalle – Claudia Hill Co-Weaving

© Adam Seid Tahir

Shedhalle – Claudia Hill Co-Weaving

© Adam Seid Tahir

Shedhalle – Claudia Hill Co-Weaving

© Diane Esnault

Shedhalle – Claudia Hill Co-Weaving

© Jared Gradinger